8 ter Tag
3 Tag der Campertour
Fahrtstrecke:

Zuerst weiter die Gravelroad hinunter nach Gloucester, hier Richtung Taree abbiegen und nach einigen Kilometern links ab nach Bundook. Durch Bundook hindurchfahren und der Gravelroad folgen bis zu einer T-Kreuzung. Hier links abbiegen nach Nowendoc. In Nowendoc erst links dann rechts abbiegen um nach Walcha zu kommen. Der Campingplatz in Walcha ist ausgeschildert.



Bitte Karte klicken für Vergrösserung
Streckenlänge: ca.290 km
Streckenbeschaffenheit:
Fast alles Gravelroad, meistens gut ausgebaut, nur zwischen Rocks Crossing und Nowendoc teilweise etwas schmal.

Der Tag begann für mich um kurz vor 7 Uhr. Ich wachte auf und sah durch das Seitenfenster hinaus auf die umliegenden Berge, welche in der Morgensonne goldgelb erstrahlten. Nichts wie raus aus der Koje dachte ich mir und dem Gedanken folgte auch sogleich die Tat. Meine Frau schlief noch und ich ließ sie erst einmal schlafen. Ich zog mich an, und machte mich auf den Weg zum Farmhaus, welches ja nur einen Katzensprung entfernt war. Hier saßen auch schon Marc und John, von Complet Campersite, die Organisatoren der kleinen australischen Gruppe. Die beiden saßen am Feuer und wärmten sich. Kein wunder, die australischen Nächte können ganz schön kalt werden und der heftige Wind, welcher immer noch wehte, tat sein übriges dazu. Das beste war jedoch, die beiden hatten schon Kaffee gemacht und luden mich auch sogleich ein, eine Tasse mit ihnen zu trinken. Na, das war ein Angebot, welches ich einfach nicht ablehnen konnte. So saßen wir nun zu dritt am Feuer, und redeten über Australien. Die beiden Interesierte vorallem, wie ich meine Reise zusammengestellt hatte und wie ich die verschiedenen Sachen gefunden hatte. Ich erzählte ihnen, das ich alles über das Internet gemacht hatte und es hierbei immer nur das Problem ist, etwas zu finden. Die beiden waren daran sehr interessiert und gaben mir Ihre Internetadresse (zu finden unter den Links: Complete Campsite). So langsam tauchte auch einer nach dem anderen der Gruppe auf und dazwischen auch mein Frauchen. Es kehrte Leben in das kleine Camp ein. Es wurde gefrühstückt, geredet, und die Kinder spielten auf dem riesigen Gelände. Ich glaube, das sich die meisten Menschen, welche das hier nicht erlebt haben, sich diese Weite nicht vorstellen können. Man muß sie einfach erlebt haben. Auch Allen, der Rancher war mittlerweile eingetroffen und trieb die Pferde zum Corall. Die waren also die Pferde für den Horseride, welche wir heute vor hatten. Es war mittlerweile schon halb 11 uhr geworden und Allen holte uns zum ausritt. Nun wurde es ernst. Meine Frau ist etwas ängstlich vor großen Tieren (aber auch vor so manchen kleinen) und kam für sie die Stunde der Wahrheit. Außer uns wollten auch noch ein Vater mit seinen beiden Töchtern einen Ausritt machen und zuerst bekamen wir alle 5 einmal eine Einweisung von Allen, wie mit einem Pferd überhaupt umgegangen werden muß. Alles lief im Grunde darauf hinaus, das man dem Pferd zeigen muß, das man sein Freund ist. Anhand der Art, wie Allen uns alles sagte, merkte man schon, das er Rancher und Tierliebhaber aus Leidenschaft ist. Für meine Frau suchte er extra ein besonders sanftes Tier aus, welches auch nicht so schnell läuft (mancher würde jetzt sagen, ein lahmer Klepper), aber das war genau das richtige für meine Frau. So, nun sollten wir noch ein paar Runden im Corall drehen und Allen sagte uns dabei immer was wir falsch machten. Sicherlich, nach einer solch kurzen Einweisung kann man noch nicht reiten, aber man hielt sich zumindest schon mal einigermaßen ordentlich im Sattel. Ferner handelt es sich bei diesen Pferden auch nicht um solche hochgezüchteten Superpferde, welche man meistens in Europa antrifft, nein, es sind die Arbeitstiere der Ranchers. Diese Tiere werden hauptsächlich für den Viehtrieb auf den riesigen Weiden genutzt. Nun sollte es aber los gehen. Allen öffnete das Gatter und rit vorran. Es ging erst einmal hinauf auf einen der vielen Hügel, immer einen kleinen Trail entlang. Auf etwa der hälfte des Weges, kurz bevor der Wald anfing, machten wir unseren ersten Stopp, und Allen zeigte uns, nicht ohne etwas Stolz, sein Land. Riesige Weideflächen, auf denen Rinder grasten, immer wieder unterbrochen von dichten Wäldern. Wie groß das Land war? Keine Ahnung, aber auf jeden Fall einige 1000 Hektar. Hier teilte nun Allen die Gruppe, der Vater mit seinen zwei Kindern ritt mit einem von Allen Cowboys weiter, wieder hinunter zum Fluß, Allen und wir beide ritten weiter hinauf in den Wald. Immer wieder hielt Allen an und erklärte uns die Vegetation, die Baumarten und die verschiedenen Tiere. Welche wir unterwegs sahen. Und so ging es immer weiter weiter hinauf, bis wir schließlich am Gipfel ankamen. Von hier aus hatte man einen Überblick über die gesamte Area und man kam sich so richtig klein vor. Nun ging es wieder hinunter, auf einem anderen Weg natürlich, und wenn ich ehrlich sein soll, irgendwie hatte ich so langsam die Orientierung verloren. Aber Allen kannte sein Land. In einem weiten Bogen umritten wir praktisch den kleinen Berg, über den wir gekommen waren und so erreichten wir den Creek. Wir durchquerten den Creek und ritten an der anderen Seite an diesem entlang, bis wir wieder Allens Corall erreichten. Als wir dorten ankamen, waren wir immerhin über 3 Std lang durch die Wildnis geritten und haben mal wieder die Weite dieses Landes gesehen. Dieser Ausritt war hervorragend, und wer meint, uns müßte nun unser Hintern ganz schön weh getan haben, der Irrt. Jetzt gab es erst einmal Kaffee und Früchtekuchen von Allens Frau, die Reisegruppe von Marc und John packten gerade zusammen und einige waren bereits abgereist. Auch für uns war es nun langsam Zeit abschied zu nehmen und so verabschiedeten wir uns von allen und machten uns auf den Weg. Wir nahmen von hier ein paar wirklich schöne Errinnerungen mit. Wir fuhren nun die Gravelroad hinunter bis nach Gloucester und wollten eigentlich zum Ellerstone Wasserfall hinüber. Dafür hatten wir uns einige kleine Sträßchen ausgesucht und so fuhren wir denn zuerst einmal nach Bundook. Hier verfuhren wir uns dann zum ersten mal, und landeten mitten in einer Farmstation. No Problem, wir fragten eine Frau, wie wir nach Bundook kämen und sie sagte "Lost in this Area, dont worry, you are not the first.". Sie erklärte uns wie wir fahren musten und so kamen wir dann nach Bundook. Es war eigentlich keine richtige Ortschaft, ein paar einzelne Häuser und das wars. Aber in einer Landschaftlich sehr schönen Gegend, direkt an einem großen Fluß gelegen. Von hier aus ging es dann weiter nach Rocks Crossing, welches wir dann auch auf anhieb fanden. Kurz nach Rocks Crossing, stoppten wir an einem Campingplatz, doch es war einfach noch zu Früh, gerade mal 16 uhr 30, um das Nachtlager aufzuschlagen. So fuhren wir weiter. Nun wollten wir eigentlich nach rechts abbiegen um nach Elands hinüber zu kommen. Doch diese Abzweigung kam einfach nicht. Es kam eigentlich überhaupt keine Abzweigung mehr. Die Gravelroad war zwar in einem guten Zustand, aber es gab anscheinend keine Möglichkeit hier irgendwo abzubiegen. So kam es, das wir wieder durch die Weidelandschaft von verschiedenen Ranches fuhren und immer weiter nach Nowendoc kamen. Also planten wir kurzerhand und notgedrungen um und setzten unseren Weg von Nowendoc Richtung Walcha fort, da es mittlerweile langsam zu dämmern angefangen hatte. Walcha erreichten wir um kurz nach 7 Uhr und wir fanden auch auf anhieb einen Campingplatz. Wir beschlossen, hier zu bleiben für diese Nacht und quartierten uns ein. Bevor wir es uns jedoch gemütlich machten, gingen wir noch einmal schnell in die Ortschaft und holten uns etwas zu Essen in einem kleinen Take Away laden, Hausgemachte Beef Pies und ein paar gebratenen Hühnerschenkel. So ging nun auch dieser Tag vorbei und wir waren schon gespannt auf den nächsten.

Wetter: sonnig, teilweise sehr windig, 20 - 25 Grad

Bitte Bild klicken für Vergrösserung