20 ter Tag
16 ter Tag der Campertour
Fahrtstrecke:

Von Townsville über den Bruce Highway nach Ingham, dort links abbiegen nach Trebonne. Dort links nach Toobanna. Nach etwa halber Strecke rechts ab zu den Wallaman Falls (braunes Hinweisschild an der Abzweigung). Von hier aus sind es dann noch etwa 30km bis zu den Wasserfällen. Dann wieder zurück auf den gleichen Weg bis nach Ingham, dort wieder auf den Bruce Highway nach Cardwell, Tully und weiter bis Silkwood. Dort links abbiegen nach Japoonvale. Kurz vor Japoonvale rechts ab zum Paronella Park.



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Streckenlänge: ca. 380km
Streckenbeschaffenheit:
Alles geteerte Straßen, nur die 30km von Trebonne zu den Wallaman Falls sind gute Gravelroad. Jedoch bei feuchter Witterung kann es auf den letzten 10km rutschig sein.

Es war morgens gegen 7Uhr als wir aufwachten und es war wieder strahlender Sonnenschein draußen. Die Luft begann sich schon wieder so richtig aufzuheizen. Heute wollten wir also zu den ersten National Parks bei Silkwood fahren. Bis Silkwood waren es aber noch 100km langweiliger Highway. Wir machten uns also fertig, packten wieder alles ein und los ging es. Auf dem Weg vom Campingplatz zum Highway sahen wir dann plötzlich einen fast 1mtr langen Leguan, ich denke es war einer, mitten auf der Strasse sitzen. Ich bremste scharf ab, doch das blöde Vieh blieb einfach sitzen. Ich kurbelte die Seitenscheibe herunter und zückte den Photo. Schnell ein Bild gemacht und dann manövrierte ich den Camper um das Tier herum und weiter ging es. Wenn man solch einem Tier begegnet, empfiehlt es sich, nicht zu dicht heran zu gehen. Die Tiere haben zwar Angst vor Menschen, aber wenn sie sich bedroht fühlen setzen sie sich auf die Hinterbeine und fauchen. Wenn das nichts hilft, greifen sie auch schon mal einen Menschen an. Mit ihren langen Krallen kratzen sie einen dann doch gewaltig. Bitte Bild klicken für Vergrösserung Aber wir waren ja vorsichtig und bereits wieder auf den Weg zum Highway. Diesen fuhren wir dann bis Ingham. Wieder das gleiche Bild links und rechts des Highways wie wir es schon die letzten 800km hatten. Dies machte keinen Spaß. In Ingham bogen wir dann erst mal ab zu den Wallaman Falls, die höchsten Wasserfälle Australiens. Es ging erst mal eine kleine Straße etwa 10km weit ins Landesinnere, dann mußten wir wieder abbiegen und es kam wie es kommen mußte. Gravelroad. Aber eine verdammt gute. Ich amüsierte mich mal wieder über das Tempo 100 Schild an der Gravelroad, wobei ich sagen muß, ich fuhr hier immerhin auch 80km/h. So ging es die nächsten 10km weiter, bis ein Schild auf eine Fahrbahnverengung hinwies. Schluß mit der guten Gravelroad dachte ich. Mit der Gravelroad war auch Schluß. Es war nun wieder geteert. Die Straße war zwar sehr eng, und wenn einem einer entgegenkam, mußte einer zu einer Ausweichbucht zurück, aber es war geteert. Das war auch gut so, denn der Weg führte steil bergauf. Viele Kurven, Serpentinen und immer steil nach oben. Je weiter wir nach oben kamen, desto dichter wurde der Wald. Subtropischer Regenwald. So dicht, das man keine 2mtr hineinschauen konnte. Die Straße führte durch den Regenwald und man fuhr wie durch einen Tunnel aus Gewächsen. Wir kamen schließlich am Kamm des Berges an und hier wurde die Straße wieder zur Gravelroad. Schmal aber gut. So ging es dann noch gute 15km weiter. Schließlich erreichten wir einen Parklatz auf einer Lichtung . Hier mußte nun der Wasserfall sein.Bitte Bild klicken für Vergrösserung Wir parkten unseren Camper und stiegen aus. Hier an dem Parklatz gab es einen Lookout auf den Wasserfall. Nur 50mtr zu gehen. Wir hin, und der Anblick der sich uns bot war super. Wir standen am Rand eines etwa 300mtr tiefen Canyon und am ende dieses Canyon Schoß ein kleiner Creek über die Felskante hinunter in die Tiefe. Das Wasser fiel 300mtr tief in den Canyon um dann wieder im Subtropischen Regenwald zu verschwinden. Gigantisch. Am Parkplatz sahen wir noch ein Schild mit dem Hinweis auf einen Bushwalk zum Grund des Canyon. Nur 2km hin und zurück. Kein Problem sagte meine Frau und zog sich die Wanderstiefel an. Also gut, wenn sie meint, dann gehen wir, mir macht das nichts aus. So brachen wir dann auf. Der schmale Bushwalk ging steil in Serpentinen nach unten immer an der fast senkrechten Böschung entlang nach unten. Er führte durch den dichten Regenwald und war sehr steinig. Es war nicht einfach hier zu gehen und wenn man das tropische Klima mal außer acht lassen würde, könnte man meinen, man währe in den Alpen. Naja, nicht ganz, da war ja noch der Regenwald.Bitte Bild klicken für Vergrösserung Nun, wir gingen also immer weiter und nach etwa 20min stoppte meine Frau. "Und das soll ich alles wieder hinauflaufen? Und unten sind wir auch noch lange nicht wie es aussieht." Nun, ein Zuckerschlecken würde dieser Aufstieg nicht gerade werden, das war auch mir klar, aber wir waren schon so weit gegangen, nun aufgeben? Doch wir entschieden uns dann doch für das Umkehren. Schade zwar, aber es hatte keinen Sinn, wenn wir Probleme mit dem Zurückkommen bekommen sollten. So machten wir uns an den Aufstieg ohne das Ziel erreicht zu haben. Nach etwa einer dreiviertel Stunde waren wir wieder oben und total durchgeschwitzt. Nun mußten wir uns erst mal wieder frisch machen. Zum Glück war am Parkplatz ein Wasserhahn, wo wir uns erst mal mit etwas frischen kühlen Bergwasser abkühlten. Mittlerweile hatte sich noch ein weiter Camper hier oben eingefunden, ein älteres australisches Ehepaar. Er fragte mich nach dem Weg und ich riet ihm nur ab. Diesen Tip nahm er auch dankend an. Wir starteten wieder mit unserem Camper um die Talabfahrt anzugehen. Wir mußten den ganzen Weg bis nach Ingham wieder zurück, denn die Straße, welche von dem Wasserfall nach Cardwell führte, war nur eine Piste und nur für Allradfahrzeuge geeignet. So fuhren wir also wieder nach Ingham und von dort wieder auf den Highway No.1 Richtung Cardwell. Bitte Bild klicken für Vergrösserung Cardwell ist auch nur ein kleines Nest ohne besondere Attraktionen und somit fuhren wir nur durch. Wir wollten nach Silkwood und dort abbiegen zum Paronella Park. Dieser Park mit angeschlossenen Campingplatz wurde uns mehrfach empfohlen und somit wollten wir dorthin. Wir fuhren also weiter auf dem Highway bis Silkwood und bogen dort nach Paronella ab. Was das eigentlich genau für ein Park sein sollte wußten wir nicht, wir hatten zwar eine Broschüre über ihn, aber darauf war ein altes verfallenes Gebäude, welches an eine Schloßruine erinnerte, inmitten eines Regenwaldes abgebildet. Was sollte das sein? Wir erfuhren es etwa 30km später. Zuerst fuhren wir den Campingplatz an und bekamen auch einen Platz. Hier bekamen wir dann auch etwas Informationsmaterial über den Park, welcher zu dem Campingplatz gehörte. Anfang dieses Jahrhunderts hatte sich hier ein Spanier inmitten des Regenwaldes ein Schloß hingebaut, direkt an einen Creek. Außerdem legte er im Regenwald einen Park an und auch noch ein Freizeithaus mit Brunnenanlage. Durch eine Flut 1946 wurde der Großteil der Anlage zerstört und als der Spanier 1948 starb, wurde das Schloß mit seinen Nebengebäuden aufgegeben. Der Regenwald eroberte sich nun sein Terrain zurück und so entstand ein an alte Maja Stätten errinnernder Eindruck. Dem Park waren nun noch ein Kaffee und ein Pub angeschlossen, wo man morgens sein Frühstück bekam und abends Essen konnte.Bitte Bild klicken für Vergrösserung Nachdem wir unseren Camper für die Nacht plaziert hatten, gingen wir nun erst mal in den Park und durchstreiften ihn. Es wirkte schon irgendwie mystisch, die Ruinen inmitten des Regenwaldes, der Creek, die alte Parkanlage. Aber es war doch schön. Verschiedene Schmetterlinge folgen umher und mir fiel hier zum ersten mal auf, wie groß und farbenprächtig die Schmetterlinge hier waren. Nach einer Stunde hatten wir den Park durchlaufen und machten uns nun auf den Weg zum Pup 200mtr unterhalb des Campingplatzes. Dieses Pub war anscheinend der Treffpunkt der gesamten Zuckerrohrarbeiter der Umgebung. Hier wurde getrunken und gegessen. Wir bestellten uns unser Abendessen und etwas zu trinken dazu. Was da an Essen kam, waren gut und gerne doppelte Portionen und so mancher deutsche Gastwirt macht daraus ein Essen für 3 Personen. Nach dem Essen machten wir uns wieder auf den Weg zum Campingplatz und öffneten noch eine Flasche Wein. So langsam ging mein Vorrat aus dem Hunter Valley zuneige. Wir saßen noch einige Zeit vor unserem Camper auf den Klappstühlen, bevor wir uns schlafen legten. Draußen zirpten die Grillen, gelegentlich hörte man mal einen Vogel in den Bäumen, aber ansonsten war es eine schöne warme und ruhige Sommernacht.

Wetter: 30 bis 35 Grad und sonnig