18 ter Tag
14 ter Tag der Campertour
Fahrtstrecke:

Von Airlie Beach wieder zurück nach Proserpine. Hier nun rechts auf den Bruce Highway No.1 Richtung Bowen. Von Bowen weiter nach Ayr und dann nach Townsville.



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Streckenlänge: ca. 300km
Streckenbeschaffenheit:
Alles geteerte Straßen in gutem Zustand, in der Dämmerung ist besonders auf die unzähligen Känguruhs entlang der Strecke zu achten.

Da unser Flug erst um 14Uhr30 starten sollte, hatten wir diesen Morgen zu ersten mal richtig Zeit und so schliefen wir bis halb neun, standen dann auf und machten uns frisch. Noch einen Kaffee gekocht und gemütlich auf der Veranda der Cabin getrunken. Es war herrliches Wetter und um 10Uhr hatten wir bereits 32 Grad im Schatten. Wir packten unser Zeug zusammen und checkten aus. Ich fragte den Platzwart noch, ob es hier eine Möglichkeit gäbe, unseren Camper zu waschen und er zeigte mir am Campingplatzplan, wo der Car Wash Platz ist. Unser Camper hatte es wirklich nötig. Der Dreck des Outbacks klebte an ihm bis zum Hochdach hinauf. Bevor wir also den Campingplatz verließen, Bitte Bild klicken für Vergrösserungging es erst mal zum Carwash. Ein Schlauch, ein Schwamm und los ging es. Hey, ich konnte mich gar nicht mehr daran erinnern, das der Camper mal weiß war. Ich dachte doch glatt er wäre rotbraun. Nun, mit dem frisch gewaschenen Camper ging es nun erst mal nach Shute Harbour. Dies war der zweite kleine Hafen in dieser Gegend. Von hier aus liefen die Fähren zu den Inseln aus und hier starteten auch die Ausflugsschiffe für die Tages und Halbtagestouren. Wir setzten uns in eines der Cafés und bestellten Kaffee und Burger. Unser Frühstück. Während wir so da saßen und unser Frühstück zu uns nahmen legte gerade eines der Schiffe der Halbtagestour an. Wir hatten ja unseren Flug gebucht, vorallem aus dem Grund, das es nicht so viele Leute sind. Dieses Schiff spuckte nun über 100 Menschen aus. Im Grunde machten sie die gleiche Tour wie wir sie machen wollten, aber wenn 100 Leute ins Wasser springen und Schnorcheln, da sind doch alle Fische weg. Bitte Bild klicken für Vergrösserung Außerdem hasse ich solchen Massentourismus. Nachdem wir gegessen hatten, fuhren wir wieder an die Mainstreet von Airlie Beach. Wir parkten, und gingen die Straße entlang. Ein kleiner Shop nach dem anderen, nur von Bistros und Pups unterbrochen. Parallel zur Mainstreet verlief der Strand und obwohl bestes Wetter, sauberes Meer und schöner Sand, nur eine Handvoll Leute da. Wo waren denn all die Touristen? Es blieb ein Geheimnis. Wir stöberten durch die Shops, kauften noch eine Kodak-Unterwasserkamera, keine richtige, eine Einwegkamera, welche bis 4mtr Wasserdicht sein sollte, tranken noch etwas und fuhren dann gegen 13Uhr45 zum Flughafen. Nunja, Flughafen ist etwas übertrieben. In einem kleinen Tal war eine Piste angelegt worden. Ein Hangar, ein Bistro und eine kleine Empfangshalle. Wir sagten Bescheid, daß wir da waren und der freundliche Herr am Empfang fragte nochmals nach dem Gewicht. Wir hatten noch eine halbe Stunde Zeit und gingen nochmals zum Camper um unser Badesachen gleich anzuziehen.Bitte Bild klicken für Vergrösserung Meine Frau packte die Handtücher und das Sonnenöl ein, ich die Videokamera und die Fotoapparate. Davon dann gleich drei. Die Kleinbildkamera, die Digitale Kamera und die Unterwasserkamera. Das sollte reichen, dachte ich. Ich schoß noch ein paar Bilder von den anderen Flugzeugen die hier so herumstanden, als ich plötzlich eine Beaver knapp über den Bäumen im Landeanflug entdeckte. Schnell die Videokamera gezückt und gefilmt. Es war die Beaver, mit der wir dann fliegen sollten. Für alle die nicht wissen was eine Beaver ist, sie ist ein Buschflugzeug, welche bis Mitte der 70er Jahre in Kanada gebaut wurde. Die Beaver de Havilland gilt als das Buschflugzeug überhaupt. Kurze Start und Landewege, Als Land und Wasserflugzeug zu verwenden, zuverlässig, hohe Kapazität (600kg Nutzlast), Sternmotor, wendig und einfach zu fliegen. Schon im Bistro des Flughafens sind uns zwei äußerst schwergewichtige Leute aufgefallen und wie sich jetzt herausstellte, sollten sie mit uns Fliegen. Das war also das zweite Ehepaar, welches den gleichen Trip gebucht hatte. Deshalb wurden wir also nach unserm Gewicht gefragt. Aber wie sich herausstellte, waren die beiden ganz nett. Bitte Bild klicken für Vergrösserung In der Beaver sitzt vorne der Pilot und wenn dabei ein Copilot, dann kommt ein Dreiersitz, dahinter noch ein Zweiersitz und dann noch ein Einzelner Sitz. Dahinter ist nur noch der Gepäckraum. Meine Frau und ich stiegen zuerst ein und setzten uns auf den Zweiersitz, dann das andere Ehepaar, die zu zweit den gesamten Dreiersitz benötigten. Der Pilot setzte sich ans Steuer und startete die Maschine. Obwohl meine Frau ja Angst davor hat mit kleinen Maschinen zu Fliegen, war sie nun doch auch sehr gespannt was uns erwartete. Die Maschine rollte zum Anfang der Piste und der Pilot gab Vollgas, Klappen voll raus und los ging es. Nach 100mtr waren wir bereits in der Luft und meine Frau war doch sehr erstaunt, wie schnell und vorallem sanft der Start von sich ging. Nicht wie bei den großen Maschinen, wo alles Vibriert und klappert. Kurz und schmerzlos. Wir flogen also auf die offene See hinaus, der Flug war ruhig und angenehm um man sah alles. Die der Küste vorgelagerten Inseln, die Schiffe, den Pacific. Ein traumhafter Anblick. Nun waren auch alle Zweifel die meine Frau wegen dem Fliegen hatte beseitigt. Bitte Bild klicken für VergrösserungEs war einfach zu schön das alles von oben zu sehen und der ruhige Flug tat sein übriges. Nachdem wir die Inseln überflogen hatten flogen wir noch etwa 10min weiter auf die offene See. Dann sahen wir schon die ersten Ausläufer des Reefs. Ein gigantischer Anblick. Zuerst war das Meer noch tiefblau, plötzlich wurde es türkis und die ersten Korallenbänke ragten leicht aus dem Wasser. Die Korallen bildeten dabei fast einen Kreis und in dessen Mitte, war das Wasser dann wieder etwas tiefer. Tiefer ist vielleicht der falsche Ausdruck, aber die Korallen ragten nur noch an wenigen Stellen voll aus dem Wasser. Zwischen den Korallen waren dann immer wieder Stellen, wo das Wasser eine Tiefe von vielleicht 4mtr hatte. Und an solch einer Stelle wollte der Pilot innerhalb des Reefs mit dem Wasserflugzeug landen. An einem Nachbarreef, welches wir zuvor überflogen hatten, hatte ich schon eine andere Beaver im Wasser gesehen. Sieht schon seltsam aus, wenn mitten im Pacific ein Wasserflugzeug steht. An einem anderen Reef etwas weiter konnte ich sogar eine kleine Plattform erkennen, auf der ein Hubschrauber stand.Bitte Bild klicken für Vergrösserung Das schöne bei dieser Tour war, jedes Flugzeug hatte sein eigenes Reef, welches es anflog. Reefs gibt es ja hier genügend. Die Touristenschiffe fahren nicht so weit heraus zum Reef, sie benützen nur die ersten Reefs, da es für sie kürzer ist zum fahren und auch sicherer. Schon so manches Schiff ist hier abgesoffen erzählte der Pilot. Er setzte zur Landung an. Es war meine erste Wasserlandung und ich war gespannt wie das sein würde. Butterweich sage ich nur. Eine Landung mit einer Linienmaschine auf einem richtigen Flughafen ist dagegen eine Bruchlandung. Im Reef sah ich schon beim Landeanflug ein kleines Boot liegen und dieses steuerte der Pilot nun mit der Beaver an. Er stoppte den Motor und stieg auf die Wasserkufen des Flugzeuges um das Flugzeug an einer Boje direkt neben dem Boot zu vertäuen. Nun konnten wir aussteigen. Die Schuhe sollten wir am besten gleich im Flugzeug lassen riet uns der Pilot. Zuerst stieg das andere Ehepaar aus. Ich rechnete schon damit, daß das kleine Boot nun sofort absaufen würde, aber es hielt. Nun wir, raus aus der Maschine und rauf aufs Boot, und das alles mitten im Pacific auf See, zwar im Reef, aber rundherum nichts als Wasser. Wir stiegen auf die Kufen und dann auf die Plattform des Bootes. Nun so klein wie es von oben ausgesehen hatte war es gar nicht.Bitte Bild klicken für Vergrösserung 3mtr breit und ungefähr 8mtr lang, zwei Außenbordmotoren und eine Kabine unter Deck, welche links und rechts mit großen Plexiglasscheiben ausgestattet war. Von dort aus hatte man einen gigantischen Blich auf die Unterwasserwelt im Reef, Korallen überall und viele bunte Fische, kleine und große. Der Pilot machte das Boot los und fuhr uns erst mal etwas durchs Reef so das wir erst mal einen Überblick bekamen was das Reef eigentlich ist. Eine riesige Ansammlung von verschiedenen Korallen, welche so hochgewachsen sind, das sie die Oberfläche des Meeres erreichten. Und dazwischen lauter verschiedene, in allen Farben schimmernde Fische, welche sich dem Leben mit den Korallen angepaßt haben. Der Pilot stoppte nun das Boot und wir gingen wieder an Deck. Am Heck des Bootes war eine Plattform mit Stufen angebracht, welche das Ein- und Aussteigen ins Wasser erleichtern sollte. Ich zog mein Shirt aus und war der erste, der ins Wasser sprang. Im ersten Augenblick doch etwas kalt, aber dann wunderbar. Das es etwas kälter war, lag nur daran, daß das Boot an einen Stelle hielt, wo das Wasser etwas Tiefer war. Vielleicht so etwa 4mtr. Wenn man an die Korallenbänke etwas näher heran geschwommen war, und das Wasser seichter wurde, wurde es auch deutlich wärmer. Ich kletterte nochmals auf das Boot und der Pilot, welcher mittlerweile auch eine Badehose an hatte, erklärte noch einige Sachen. "Don`t be afraid about sharks" sagte er. Haie? Und ich bin da reingesprungen? Aber er beruhigte.Bitte Bild klicken für Vergrösserung Die Haie hier sind nur kleine Haie, die harmlos sind und seit 28 Jahren, also seit dem sie hier die Tour machen, ist noch nie was passiert. Die Haie hätten mehr Angst vor uns, als wir vor ihnen. Er verteilte nun Schwimmflossen und Taucherbrillen mit Schnorchel. Und nun überraschte mich meine Frau erneut. Sie, die nicht mal in den Gardasee geht, nahm auch Flossen, Brille und Schnorchel und folgte mir ins Wasser, obwohl sie ja zuvor die ganzen Fische gesehen hatte. Der Pilot kam auch ins Wasser und erklärte meiner Frau wie man schnorchelt. Sie hatte es noch nie zuvor gemacht. Dann sollten wir ihm zu verschiedenen Korallenbänken folgen und er wollte uns einiges Zeigen. Er schwamm also voraus und wir hinter ihm her. Viele bunte Fische umkreisten uns, zum greifen nahe. Die verschiedensten Arten. Schwärme von kleinen bunten Fischen, aber auch einzelne große Fische. Die Korallen schimmerten in allen Farben die es gibt. Wilde und bizarre Gebilde, aber wunderschön. Korallen die wie Bäume in die Höhe wuchsen, andere die wie Pilze aussahen und wieder andere die wie bunte Steine geformt waren. Manche mit röhrenartigen Fangarmen, andere einfach glatt. Dazwischen schwammen die Fische herum und knabberten an den Korallen. Wenn man Unterwasser war, konnte man sogar das knispeln der Fische hören, wenn sie die Korallen anfraßen. An einer der Korallenbänke lag an die Korallen angeschmiegt ein kleiner Hai, er war so gut getarnt, das man ihn fast nicht sah. Wir schnorchelten immer am Reef entlang und entdeckten immer neues, neue Formen der Korallen oder andere Fische. Bitte Bild klicken für Vergrösserung Ein besonders großes Exemplar hatte bestimmt 80cm Länge und eine Höhe von gut 40cm. Silberne Farbe mit schwarzen Punkten und blaugrüner Schwanzflosse. Je kleiner die Fische jedoch waren, desto bunter waren sie auch. Knallgelb mit blauen Streifen, bis hin zu blau mit verschiedenfarbigen Punkten war alles dabei. Der Pilot schwamm wieder zurück zum Boot und wir hatten nun Zeit selbst etwas herumzuschnorcheln. Meine Frau und ich folgten ihn zuerst mal zurück zum Boot und ich holte die Unterwasserkamera. Dann schnorchelten wir wieder los. Immer am Reef entlang. Ich versuchte mir die 27 Aufnahmen welche die Einwegkamera hatte etwas einzuteilen, aber auf was sollte ich verzichten? Alles war hier so schön und farbenprächtig. Meine Frau kehrte nach etwa 5min wieder um und schwamm zum Boot zurück. Ich schnorchelte weiter und knipste. Wieder sah ich einen Hai herumschwimmen. Diesmal ein etwas größerer, mit einer am Rand schwarzen Rückenflosse. Ich machte lieber kehrt und schnorchelte in einer anderen Richtung weiter. Nachdem der Film voll war, kletterte ich auch wieder aufs Boot. Ich war der Letzte, das andere Ehepaar war auch schon lange wieder an Bord. Ich schaute auf die Uhr und stellte fest, das ich fast 2 Std. geschnorchelt war. Die Zeit ist wie im Flug vergangen. Der Pilot öffnete eine Flasche Champagner und wir tranken mitten im Reef echten französischen Champagner. Eben kein Massentourismus. Ich breitete mein Handtuch am Bug des Bootes aus und legte mich in die Sonne. Meine Frau folgte meinem Beispiel und wir ließen es uns gut gehen und genossen den herrlichen Anblick. Es wurde langsam Zeit zurückzufliegen und so steuerte der Pilot das Boot wieder zum Flugzeug. Wir stiegen wieder alle in die Beaver und der Pilot startete die Maschine. Er kannte sein Reef sehr gut und wußte wo er genügend Platz zwischen den Korallen hat um zu starten. Er nahm die Position ein und beschleunigte. Auf dem Wasser benötigt das Flugzeug etwas mehr Anlauf um abzuheben, aber das war kein Problem. Wir hoben ab und schauten nochmals zurück auf das Reef. Wir flogen nun wieder zum Festland, der untergehenden Sonne entgegen. Wieder über die Inseln zurück zur Küste. Der Flug dauerte nur eine halbe Stunde und wir setzten zu Landung an. Butterweich und präzise. Wir bedankten uns bei dem Piloten für diese unvergeßlichen Stunden und gingen nun wieder zu unserem Camper. Hier zogen wir uns erst mal wieder um. Raus aus den Badeklamotten und rein in die bequemen Fahrklamotten. Ich wollte heute noch etwas weiter. Es war schon 18Uhr mittlerweile und ab 19Uhr wird es dunkel. Meine Frau wollte noch schnell was zu essen haben und schlug den MacDonald in Airlie Beach vor. Geht schnell und ist zum Mitnehmen. Da wir sowieso durch Airlie Beach mußten hielt ich bei MacDonald an und sie holte schnell etwas Fastfood. Ich studierte zwischenzeitlich die Karte. Wir müssen nach Townsville, das stand fest. Aber unterwegs nichts sehenswertes auslassen. Was gab es eigentlich zwischen Bowen, Ayr und Townsville? Eigentlich nichts. Hier gab es nur den einen Highway, keine Nebenstraßen, oder besser gesagt es gab nur Pisten, keine Nationalparks und auch sonst nichts von Bedeutung. Bowen und Ayr sind reine Produktionsstädte für Zucker. Auf der gesamten Strecke wird nur Zuckerrohr angebaut, unterbrochen von gelegentlichen Mangrovensümpfen. Mein Entschluß war also schnell gefaßt. Ich wollte bis Townsville die 270km durchfahren. Nicht ganz ungefährlich im dunkeln. Um diese Zeit sind die Tiere und vorallem die Känguruhs besonders aktiv. Doch ich wollte weiter. Solange es noch hell war fuhr ich was der Camper hergab. Zwar nicht erlaubt, aber in dieser Gegend stört das keinen. Als es dunkel wurde machte ich deutlich langsamer und wie die vielen Tierleichen am Strassenrand bewiesen auch zu recht. Auf den 270km sah ich bestimmt 50 Tierkadaver liegen. Im Licht der Scheinwerfer sah ich links und rechts der Straße unzählige Känguruhs die grasten. Wenn einem solch ein Vieh vor das Auto springt, na dann gut Nacht. Zuerst hängte ich mich hinter einen Truck, der mit guten 85km/h den Highway entlang fuhr. Wenn dem ein Känguruh vor die Schnauze springt ist das für ihn nicht schlimm und mir passiert auch nichts. Dieser Truck bog dann leider bei Bowen ab. So fuhr ich dann eine Zeitlang alleine auf dem Highway vorsichtig weiter. Nach etwa 15min kamen dann von hinten schnell zwei Fahrzeuge näher und überholten mich. Nun hängte ich mich an die zwei Autos. Der Trick ist, immer versuchen jemanden vorausfahren zu lassen. Wenn, erwischt es zu 95% den. So kamen wir dann unbeschadet gegen 21Uhr15 in Townsville an und steuerten gleich den ersten Campingplatz an, der Ausgeschildert war. Sah im dunkeln recht ordentlich aus. Wir bezogen unseren Platz und meine Frau, die schon während der Fahrt etwas geschlafen hatte, legte sich dann auch sogleich zum Schlafen nieder. Ich schnappte mir noch das Laptop und hielt meine Erinnerungen an diesen Tag fest. Mal sehen was uns er nächste Tag so alles bringt.

Wetter: 30 bis 35Grad, sonnig (einfach traumhaft)